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Fotografie
war schon immer. Schon vor meiner Geburt
1953 in Hildesheim entwickelte mein Vater
mit Geduld und Eukobrom alles selber. Wie
ein Bild entsteht war mir lange Zeit ein Rätsel,
aber dass es entsteht gehört zu meinem
allerersten Schauen, Staunen.Wissen. Mit
10 Jahren und `ner "Agfa Box"
behängt begann mein Lebens als
Photograph. Wenige Filme nur, aber dann
mit 15 Jahren und mit der "Retina
1a" meines Vaters bin ich immer
seltener "ohne" unterwegs.
Weiteres Rüstzeug verschafften mir mein
Fotohändler, dessen Laden ich oft erst
nach langen Geschichten, Tips und mit ein
paar Blatt Agfa Brovira verliess, machmal
auch mit `ner ausgeliehenen "Exakta",
oder "Rolleicord", für `nen
Porträt-Auftrag.
Dazu
lernte ich als Komparse und
Aushilfsbeleuchter im örtlichen
Stadttheater die Grundzüge der
Dramaturgie und Beleuchtung kennen.
Beineben studierte ich
Kommunikationsgestaltung (Fotografie bei
Umbo).
1975, nach dem Examen, zog ich als
Zivildienstleistender und Dadaist
("Der Grüne Hirschkäfer") nach
Hannover, erlebte eine recht schlaflose
Zeit zwischen "DADhAnova" und
"Anna-Stift": Happenings,
Ausstellungen, Film-und Fotosessions,
Einzelbetreuung und Gruppenarbeit mit
behinderten, fotobegeisterten Kindern.
1980, inzwischen kurzzeitig auchVerleger
("Das Alternative Adressbuch")
zog es mich nach Düsseldorf. Dort
fotografierte ich alles: Haushaltsgeräte,
Mode, TänzerInnen, Möbel, Wohnungen,
Stadtlandschaften, druckte ich, stelle
aus,... und machte mir Gedanken um die
Aktfotografie.
Angeregt durch ein paar Semester
Philosophie (Professor Heinz) an der Uni Düsseldorf?
Oder weil ich Menschen schon immer ernst
genommen habe? Jedenfalls war mir bewusst,
dass die Frau als Persönlichkeit bei
meiner Akt-Fotografie immer im Mittelpunkt
stehen wird. Diesen Gedanken besprach mit
einer Freundin, die sich spontan begeisten
liess, mir Mut für den Anfang machte.
Heute, 20 Jahre später (ich lebe in
St.Gallen, Schweiz), habe ich mich künstlerisch
auf die Aktfotografie konzentriert. Die
Digitaltechnik erlaubt eine direkte
Kommunikation über das Bild mit dem
Modell. Deren sofortige Verfügbarkeit,
ermöglicht situative Korrekturen, erspart
Erklärungen, sagt eben mehr als tausend
Wort, schon bei der Session.
Die Frauen, mit denen ich arbeite, stehen
oft das erste Mal vor einer Kamera.
Inzwischens kann ich ihnen die Sicherheit
geben, dass es das "rechte
Licht" ist, in welches ich sie
setzte. Im Verlauf der normalerweise eintägigen
Session wächst das Verständnis füreinander
und damit auch die Freude an der
gemeinsamen Arbeit
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